Integration

 

Jeder Mensch ist in seiner Art einzigartig und wichtig für die Allgemeinheit

Seit dem Schuljahr 1997/98 haben wir an der Alexander-von-Humboldt-Schule Klassen mit Gemeinsamen Unterricht; d.h. dass in jeweils einer Klasse jeder Jahrgangsstufe nichtbehinderte und behinderte Kinder gemeinsam unterrichtet werden. Dies sind im Durchschnitt 4 oder 5 Kinder pro GU-Klasse.

Lernen: nicht nebeneinander, sondern miteinander und voneinander

Auch ohne Gemeinsamen Unterricht ist dies ein soziales Lernziel unserer Schule. Durch die Integration von behinderten Kindern in unsere Schule wird dieses Lernziel jedoch immer wieder besonders ins Blickfeld gerückt. Denn der Gemeinsame Unterricht ist für alle Schüler eine Chance ihre sozialen Kompetenzen zu erweitern. Vor der Einführung des Gemeinsamen Unterrichts an unserer Schule wurde das gesamte Kollegium befragt, so dass der Gemeinsame Unterricht eine breite Akzeptanz findet. Unser Ziel ist es, sowohl Behinderten als auch Nichtbehinderten die Normalität im sozialen Miteinander bewusst und im praktischen Tun erlebbar zu machen. Unterstützt wird dies durch die wohnortnahe Beschulung, die den Kontakt auch außerhalb der Schule ermöglicht.

Auch die Lehrer lernen voneinander

Gemeinsamer Unterricht bedeutet für die Lehrer eine enge Zusammenarbeit im Team, da der Einsatz des Sonderpädagogen im Normalfall als Doppelbesetzung geschieht. Durch die Möglichkeit des Austausches über alle Schüler der Klasse kommt diese Doppelbesetzung auch den Nichtbehinderten zugute. Für das gesamte Lehrerkollegium ergibt sich durch die ständige Anwesenheit von Sonderpädagogen eine enorme Bereicherung, denn Beratungsfragen können ohne lange Dienstwege untereinander gestellt werden.

Wer kann am Gemeinsamen Unterricht teilnehmen?

Grundsätzlich gilt, dass bei einem behinderten Kind, das am Gemeinsamen Unterricht der Alexander-von-Humboldt-Schule teilnehmen will, ein Feststellungsverfahren über den Sonderpädagogischen Förderbedarf nach § 13; 2 AOGS durchgeführt werden muss. Dabei wird vom Schulamt der besondere Förderbedarf dieses Kindes festgestellt. Dies kann eine geistige Behinderung, eine Lernbehinderung, eine Erziehungsschwierigkeit, ein Autismus, eine Körperbehinderung jeglicher Art oder auch eine Sprachbehinderung sein. Durch die verschiedenen Behinderungen ergeben sich in den einzelnen Klassen unterschiedliche personelle Situationen, die gesetzlich geregelt sind. Gleichzeitig legt das Schulamt den besten Förderort für das jeweilige Kind fest. Die Schulaufnahme erfolgt dann durch den Schulleiter unter Berücksichtigung der sachlichen und personellen Voraussetzungen der Schule.

...und übrigens...

Als zusätzliche Vertrauensperson sind die Zivildienstleistenden für viele Schüler eine Bereicherung. Ihr Einsatz erfolgt möglichst flexibel und nach individuell auftretenden Engpässen in den Klassen. Die beiden Zivildienstleistenden werden als besondere Leistung des Schulträgers der Schule zur Verfügung gestellt und beim Verein ‚Gemeinsam Leben' in Hilden angestellt. Inzwischen ist der Gemeinsame Unterricht fester Bestandteil des Schullebens der Alexander-von-Humboldt-Schule. Dies zeigt sich unter anderem auch darin, dass mittlerweile vier Sonderschullehrer fest an unsere Schule versetzt worden sind. Mit der räumlichen Situation der GU-Klassen sind wir sehr zufrieden. Durch Umbaumaßnahmen entstand für jede Integrationsklasse ein vom Klassenraum einsehbarer Gruppenraum. Im Unterricht können so je nach Behinderung und Notwendigkeit sowohl Formen der Binnendifferenzierung als auch der räumlichen Differenzierung angewendet werden.